Norddeutschland als tragende Säule der deutschen Sportakrobatik
Der Norden zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Regionen der deutschen Sportakrobatik. Herausragende Beispiele sind das Oldenburger Duo Laura Karczmarzyk und Leni Ohlsen, das mit mehreren Medaillen bei Europa- und World-Cup-Wettkämpfen zu den erfolgreichsten Formationen in der Verbandsgeschichte gehört, sowie das Wilhelmshavener Herrenpaar Mikko Ueck und Thorne Spieß, das 2023 bei den Europameisterschaften in Varna die Silbermedaille gewann. Auch in der aktuellen Saison zeigt sich die Stärke der Region deutlich: Beim World-Cup im Mai in Burgas (Bulgarien) stammen – mit einer Ausnahme – sämtliche deutschen Senioren-Formationen aus Niedersachsen.


Diese sportlichen Erfolge basieren auf einer über Jahre gewachsenen, engagierten Vereinsarbeit, die insbesondere in Oldenburg, Nordhorn und Wilhelmshaven von hohem ehrenamtlichem Einsatz, fachlicher Kompetenz und einer klaren langfristigen Ausrichtung getragen wird. Gleichzeitig wird deutlich, dass für eine nachhaltige internationale Wettbewerbsfähigkeit gezielte strukturelle Ergänzungen notwendig sind.
Vor diesem Hintergrund setzt der Deutsche Sportakrobatik Bund gezielt weitere Impulse zur Stärkung des Nordens. Der ursprünglich ausschließlich in Schwerin geplante Bundeskaderlehrgang wird geteilt und an zwei Standorten durchgeführt. Neben Schwerin findet ein weiterer Lehrgang in Wilhelmshaven statt.
Darüber hinaus befindet sich DSAB-Sportdirektor Hannes Schenk in Gesprächen mit dem niederländischen Sportakrobatikverband über einen sportlichen Austausch noch vor den anstehenden Weltmeisterschaften. Ziel ist es, insbesondere norddeutschen Formationen zusätzliche internationale Wettkampferfahrung zu ermöglichen und die grenzüberschreitende Vernetzung weiter auszubauen.
Ergänzend prüfen die Verantwortlichen in Wilhelmshaven aktuell die Verpflichtung eines hauptamtlichen Trainers im Zeitraum von März bis September für den nördlichen Standort. Diese Maßnahme soll eine optimale Vorbereitung der Formationen auf die anstehenden World-Cups sowie die Weltmeisterschaften sicherstellen. Entsprechende Gespräche laufen bereits.
Vor dem Hintergrund bundesweiter Strukturüberlegungen im Deutschen Sportakrobatik Bund wird daher über neue Kooperationsmodelle und eine stärkere Vernetzung diskutiert. DSAB-Präsident Stegemann kündigte in diesem Zusammenhang an, das Bundestrainerteam um Bundestrainer Igor Blintsov und seinen beiden Disziplintrainern Petra Vitera und Yves Vander Donckt perspektivisch um einen weiteren hochqualifizierten Trainer erweitern zu wollen. In den norddeutschen Landesverbänden wird diese Ankündigung als wichtiges Signal verstanden, sowohl die leistungsstarken Standorte als auch die strukturelle Entwicklung in der Fläche nachhaltig zu unterstützen.
Die aktuellen Trainingsmaßnahmen, internationalen Erfolge und strukturellen Entscheidungen verdeutlichen: Norddeutschland ist eine tragende Säule der deutschen Sportakrobatik. Mit gezielten Investitionen in den Leistungssport, die Nachwuchsstrukturen und qualifiziertes Personal soll diese erfolgreiche Entwicklung nachhaltig gesichert werden.


