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Wechselbad der Gefühle

Deutsche Sportakrobatik setzt beim World Cup in Maia ein Ausrufezeichen

Der zweite Wettkampftag beim FIG Acrobatic Gymnastics World Cup im portugiesischen Maia hielt für die deutsche Sportakrobatik alles bereit, was den Hochleistungssport ausmacht: Momente des Triumphs, kleine Rückschläge – und vor allem große Zeichen dafür, dass Deutschland in der Weltspitze angekommen ist.

Allen voran sorgte die Damengruppe der Eintracht Frankfurt mit Kira Hellwig, Fiona Reul und Alisee Strohhecker für einen Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird. Mit ihrer Dynamik-Übung turnten die drei Frankfurterinnen unter den Augen von rund 2.000 Zuschauern eine Wertung von 28.360 Punkten heraus. Eine Zahl, die Gewicht hat: Es ist nicht nur die höchste Wertung aller Damengruppen an diesem Wettkampftag, sondern auch eine der höchsten Wertungen, die jemals von einer deutschen Formation auf diesem internationalen Niveau erreicht wurde.

Schon allein mit dieser Qualifikation haben die drei Athletinnen ihre ganz eigene Duftmarke in der Weltelite gesetzt. Es war ein Auftritt voller Energie, Präzision und Selbstvertrauen – ein Moment, in dem sichtbar wurde, wie nah die deutsche Sportakrobatik an der Weltspitze turnt.

Hinter diesem Erfolg steht Trainer Johannes Belovencev, der mit dieser Leistung seiner Athletinnen eindrucksvoll gezeigt hat, welche Qualität in seiner Arbeit steckt.

Doch trotz dieser historischen Wertung bleiben Hellwig, Reul und Strohhecker bodenständig. Die drei Aushängeschilder des deutschen Verbandes und der Eintracht Frankfurt wissen: Ein Finale beginnt immer bei Null. Von Medaillen zu träumen oder gar darüber zu sprechen, kommt für sie derzeit nicht infrage.

Als vorletzte Formation werden sie im morgigen Finale auf die 12×12 Meter große World-Cup-Bühne im erneut ausverkauften Complexo Municipal de Ginástica da Maia als Zweitplatzierte der Qualifikation treten – direkt nach den Qualisiegerinnen Zeyniyeva / Bashiri / Rashidova aus Aserbaidschan.

Eines steht schon jetzt fest: Egal, wie das Finale ausgeht – Ihr habt Eindruck hinterlassen. Gleich bei Eurem ersten World-Cup habt ihr das Tor zur Weltspitze weit aufgestoßen.

Das deutsche Damenpaar zeigte trotz einer weniger optimal verlaufenden Dynamik-Übung Kämpferqualitäten. Mira Spieß und Charlotte Kallai waren mit ihrer Dynamik-Übung alles andere als zufrieden. Doch dank ihrer starken Leistung am ersten Wettkampftag reichte es am Ende dennoch für einen Platz unter den besten sechs Formationen – und damit für den Finaleinzug.

Für die beiden heißt es nun: Mund abputzen, Krönchen richten. Im Finale beginnt alles wieder von vorn. Als jüngste Formation des gesamten World Cups können sie trotzdem wertvolle Erfahrungen sammeln – und jede Übung wird sie weiter nach vorne bringen.

Auch im Herrenpaar-Wettbewerb wird Deutschland Präsenz im Finale zeigen. Filip Dietze und Maximilian Rau mussten nach ihrem starken dritten Platz vom ersten Wettkampftag zwar einige Positionen abgeben. Doch das lag weniger an einer schwächeren eigenen Leistung, sondern vielmehr daran, dass insbesondere die russischen Formationen am zweiten Tag noch einmal deutlich zulegen konnten.

Trotzdem: Auch wenn in der Balance-Übung ein wenig Sand im Getriebe zu spüren war, haben beide ihr großes Ziel erreicht – den Einzug ins Finale.

Der zweite Wettkampftag in Maia hat damit eines deutlich gemacht:
Die deutsche Sportakrobatik bewegt sich auf einem Weg, der klar Richtung Weltspitze führt. Morgen wartet das Finale. Und eine Bühne, auf der wieder alles möglich ist.

Unsere Startzeiten für das FINALE:

🇩🇪17:09 Uhr 🇵🇹 16:09 Uhr Filip Dietze und Maximilian Rau

🇩🇪17:39 Uhr 🇵🇹1 6:39 Uhr Kira Hellwig, Fiona Reul und Alisee Strohhecker

🇩🇪18:04 Uhr 🇵🇹 17:04 Uhr Mira Spieß und Charlotte Kallai

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