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Ein Qualifikationstag voller Superlative

Es gibt Wettkampftage, an denen man sich am Ende über gute Ergebnisse freut. Es gibt Tage, an denen eine Finalqualifikation gefeiert wird. Und dann gibt es Tage wie diesen. Der dritte Wettkampftag bei den 2nd FIG Junior World Championships & 14th World Age Group Competition in Pesaro ist aus deutscher Sicht ein Tag, der in Erinnerung bleiben wird.

Denn heute ist etwas passiert, das ich in all den Jahren, in denen ich das Amt des Pressesprechers innehabe, so noch nicht erlebt habe:

Deutschland steht nach der Qualifikation bei den Damengruppen 13–19 auf den Plätzen 1 und 3.

Zwei deutsche Formationen ganz vorne in einer Weltmeisterschaftsqualifikation. Leni Tschutschupalow, Kay Klotz und Finia Falch (Eintracht Frankfurt/ SV Mergelstetten) sowie Neele Janson, Alisa Marahtanova und Malika Strack (SG Arheilgen/KKSV Mainz-Finthen) haben heute Sportakrobatik auf höchstem Niveau gezeigt. Und dabei geht es nicht nur um die Platzierungen. Es geht um vier Übungen, die in dieser Konstellation etwas ganz Besonderes darstellen. Viermal musste alles stimmen. Schwierigkeit, Synchronität, Ausdruck, Sicherheit und die Nerven. Normalerweise ist man bei zwei deutschen Startern schon glücklich, wenn eine Formation den Sprung in das Finale schafft. Heute ist die Situation eine völlig andere. Beide deutschen Damengruppen haben sich sportlich für das Finale empfohlen. Beide stehen nach der Qualifikation ganz vorne. Beide haben gezeigt, dass sie zu den stärksten Formationen dieser WM gehören.

Das ist der absolute Hammer.

Noch vor wenigen Tagen war das Ziel, sich mit guten Übungen eine möglichst starke Ausgangsposition zu erarbeiten. Jetzt stehen die deutschen Farben ganz oben in der Ergebnisliste. Und gerade deshalb tut der nächste Blick auf die Nationenwertung besonders weh. Denn die zweite deutsche Formation, die sich sportlich ebenfalls in eine fantastische Position gebracht hat, scheidet trotz ihrer Leistung aus dem Finale aus.

Unfassbar.

Eine Regelung, die für Deutschland normalerweise durchaus ein Vorteil sein kann, wird diesmal zur bitteren Seite dieses außergewöhnlichen Erfolgs. Sportlich zwei deutsche Formationen auf den Plätzen 1 und 3 – und trotzdem darf nur eine den Weg ins Finale antreten. Solche Situationen kennt man sonst eher von den großen Akrobatiknationen. Heute trifft es Deutschland. Und vielleicht ist genau das die ungewöhnlichste Geschichte dieses Tages.


Der nächste Hammer kommt aus Hoyerswerda

Doch Pesaro hatte noch längst nicht genug deutsche Geschichten geschrieben. Für Milena Lalkov und Lewis Gröllich vom SC Hoyerswerda begann der Wettkampf zunächst mit einem „leichten“ Rückschlag. Nach der ersten Übung lagen die beiden mit 26,600 Punkten zunächst zurück. Die Finalqualifikation schien plötzlich in weite Ferne zu rücken. Jetzt musste eine Antwort her. Und sie kam.

28,450 Punkte in der Dynamik!

Eine herausragende Übung, die nicht nur für die Aufholjagd sorgte, sondern gleichzeitig Platz 1 in der Dynamik bedeutete. Mit insgesamt 55,050 Punkten sicherten sich Lalkov/Gröllich damit den Einzug in das Finale. Was für eine Reaktion! Was für eine Antwort auf eine schwierige Ausgangslage! Eines der vielen Aushängeschilder aus Hoyerswerda hat heute eindrucksvoll gezeigt, was in ihm steckt. Wenn es darauf ankommt, da zu sein – genau das haben Milena Lalkov und Lewis Gröllich heute gezeigt.


Und dann kommen Nona und Johanna

Als würde dieser Wettkampftag nicht ohnehin schon genügend Höhepunkte bereithalten, folgt der nächste Hammer. Nona Kara und Johanna Schöne, die amtierenden Europameisterinnen vom SC Hoyerswerda, gehen als Erste in das morgige Finale. Bereits am ersten Qualifikationstag hatten die beiden mit 28,100 Punkten ein Ausrufezeichen gesetzt. Und auch in der zweiten Übung blieben sie mit 28,100 Punkten auf diesem außergewöhnlichen Niveau.

Zweimal 28,100 Punkte. Das ist die Konstanz, die man bei einem solchen Wettbewerb braucht. Die beiden haben damit weitere starke Formationen hinter sich gelassen und sich die bestmöglichste Ausgangslage für den Finaltag erarbeitet. Die amtierenden Europameisterinnen stehen morgen ganz vorne.


Was für eine deutsche Qualifikation!

Wenn man diesen dritten Wettkampftag betrachtet, kann man eigentlich nur noch von Superlativen sprechen.

Auch bei den Youth-Damenpaaren hat Deutschland eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht. Anna Dorigatti und Lisa Schinko sowie Sara Hitzel und Romy Höfken stellten sich der internationalen Konkurrenz und zeigten, was in ihnen steckt. Anna und Lisa erturnten sich mit 27,350 Punkten in Balance und 27,000 Punkten in Dynamic insgesamt 54,350 Punkte – ein starkes Ergebnis, das ihren Einsatz und ihre Entwicklung eindrucksvoll widerspiegelt und ihnen Platz 5 nach der Qualifikation und damit das Finale bescherte. Und auch Sara Hitzel und Romy Höfken zeigte eine starke Leistung. Mit 26,810 Punkten in Balance und 26,890 Punkten in Dynamic kamen die beiden auf 53,700 Punkte.

Und auch wenn es bei den beiden deutschen Youth-Damengruppen aus Rechberghausen und Erfurt diesmal leider nicht für den Einzug ins Finale gereicht hat, bleibt ihre Leistung nicht weniger bemerkenswert. Sie haben gekämpft, alles gegeben und Deutschland auf dieser Weltbühne würdig vertreten. Nicht jeder starke Wettkampf endet mit einem Finalplatz – aber jede dieser Erfahrungen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach oben.

Alle – aber wirklich alle – deutschen Formationen haben in ihren Qualifikationen abgeliefert. Das ist keine einzelne herausragende Leistung. Das ist eine Mannschaftsleistung. Und genau das macht diesen und den gestrigen Tag so besonders.

Jetzt kommt das Finale. Und genau jetzt gilt es, die Ruhe zu bewahren und das zu wiederholen, was diese deutsche Mannschaft in den vergangenen Tagen ausgezeichnet hat: Beständigkeit. Sicherheit. Vertrauen. Nervenstärke. Diese Eigenschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Nationalmannschaft. Schon jetzt kann man sich deshalb nur vor der Arbeit des gesamten Trainerteams und vor den Leistungen aller Sportlerinnen und Sportler verbeugen. Was hier in Pesaro passiert, ist das Ergebnis von unzähligen Trainingsstunden, harter Arbeit, Vertrauen und einer gemeinsamen Entwicklung.

Aber die Geschichte von Pesaro ist noch nicht zu Ende geschrieben.

🇩🇪 Gut wie nie ! GERMANY! 🇩🇪 

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