Deutsche Damengruppen überzeugen zum Auftakt der 30. Weltmeisterschaften – Hoyerswerda sichert sich Finalticket.
Die 30. Weltmeisterschaften der Sportakrobatik sind eröffnet – und der erste Qualifikationstag im italienischen Pesaro hatte es aus deutscher Sicht gleich in sich. In außergewöhnlich starken internationalen Teilnehmerfelder kämpften die deutschen Formationen um die ersten Finalplätze. Besonders die beiden deutschen Damengruppen sorgten dabei für einen starken Auftritt.
Tia Gazsi, Lotte Troester und Caroline Wieland aus Hoyerswerda zeigten eine überzeugende Dynamik-Übung und erzielten 27,630 Punkte. Damit belegte das Trio Rang sieben und sicherte sich das Ticket für das Dynamik-Finale der besten acht Formationen. Nur knapp dahinter landeten Kira Hellwig, Fiona Reul und Alisee Strohhecker aus Frankfurt. Mit 27,550 Punkten erreichte die zweite deutsche Damengruppe ebenfalls einen Platz unter den besten 10 des Qualifikationsfeldes. Beide deutschen Damengruppen haben damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie sich in diesem hochklassigen Teilnehmerfeld behaupten können.
Herrenpaar startet solide
Der WM-Tag hatte am Morgen mit den Mixed- und Herrenpaaren begonnen. Als erster deutscher Starter ging das Herrenpaar Lyven Pascal Strempel und Hannes Woitass auf die Wettkampffläche. Das Duo zeigte eine solide Leistung und erreichte 26,700 Punkte. Für den Einzug in das Finale der besten acht reichte es am Ende jedoch nicht.
Für das deutsche Mixed-Paar Daniel Blintsov und Diana Lust beginnt die WM hingegen erst am morgigen Freitag. Nach mehr als einem Jahr verletzungsbedingter Wettkampfpause kehren die beiden auf die internationale Wettkampfbühne zurück. Dabei kommt ihnen gleich eine besondere Rolle zu: Blintsov/Lust werden als erste Formation des Tages den Wettkampf der Mixed-Paare eröffnen. Auf dem Programm steht die Balance-Übung.
Schwarzer Tag für die Damenpaare
Einen rabenschwarzen Tag erwischten dagegen die beiden deutschen Damenpaare. Lena Boerner und Sophia Hermes sowie Charlotte Kallai und Mira Spiess mussten jeweils ungewollte Abgänge in Kauf nehmen. Der Auftakt bei diesen 30. Weltmeisterschaften ist für beide damit nicht wie erhofft verlaufen. Boerner/Hermes kamen auf 24,700 Punkte, Kallai/Spiess auf 24,310 Punkte. Die Fehler kosteten wertvolle Punkte und damit bereits die Möglichkeit, sich über die Kombination aus Balance und Dynamik für das Mehrkampffinale zu qualifizieren.
Doch die Sportakrobatik zeigt immer wieder, wie eng Erfolg und Misserfolg beieinanderliegen. Monate und Jahre der Vorbereitung reduzieren sich im Wettkampf auf gerade einmal zwei bis zweieinhalb Minuten auf dem Wettkampfboden. Ein kleiner Fehler, ein ungewollter Abgang – und die Ausgangslage verändert sich innerhalb weniger Sekunden grundlegend.
Morgen heißt es: neuer Tag, neue Chance
Nun gilt es, den Mund abzuwischen und den Blick nach vorne zu richten. Bereits morgen steht die Dynamik-Übung auf dem Programm. Auch wenn der Weg in das Mehrkampffinale der besten zehn Formationen nach der Balance-Übung nicht mehr möglich ist, bleibt für die beiden deutschen Damenpaare eine wichtige Chance: Mit einer starken Dynamik-Übung können sie sich noch für das separate Dynamik-Finale qualifizieren.
Und während die beiden Paare auf Wiedergutmachung hoffen, richtet sich der Blick zugleich auf Daniel Blintsov und Diana Lust, die nach ihrer langen Verletzungspause endlich wieder bei einer Weltmeisterschaft auf der Matte stehen werden.
Der erste WM-Tag ist Geschichte. Für das deutsche Team gab es Freude, Enttäuschung und vor allem eines: die Erkenntnis, dass in Pesaro um jeden Punkt, jeden Zehntel und jeden Finalplatz gekämpft werden muss. Morgen geht es weiter.




































