28 Teilnehmer, acht Vereine und eine gemeinsame Leidenschaft: Beim ersten Boys Acro Camp von Eintracht Frankfurt stand drei Tage lang nicht nur das sportliche Training im Mittelpunkt. Das Camp schuf Raum für neue Begegnungen, gemeinsame Erfahrungen und die Erkenntnis, dass die Begeisterung für Sportakrobatik auch über die Grenzen des eigenen Vereins hinaus verbindet. Sportakrobatik lebt von Vertrauen, Teamgeist und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Fähigkeiten. Gerade für Jungen ist es jedoch nicht immer selbstverständlich, im Trainingsalltag auf viele Gleichgesinnte zu treffen. Während sie in ihren Vereinen häufig in der Minderheit sind, fehlt es mitunter an Gelegenheiten, sich mit anderen Jungs auszutauschen, gemeinsam zu trainieren und neue sportliche Perspektiven kennenzulernen. Genau hier setzte das erste Boys Acro Camp bei Eintracht Frankfurt an. 28 Nachwuchs- und Sportakrobaten aus acht Vereinen nutzten die Gelegenheit, drei Tage lang miteinander zu trainieren, voneinander zu lernen und die Vielfalt ihrer Sportart neu zu entdecken. Ähnliche Formate gab es in der Vergangenheit in Aalen und Wilhelmshaven.
Gemeinsam stärker werden
Die Zahlen verdeutlichen, warum Initiativen wie diese wichtig sind: Laut der DOSB-Bestandserhebung 2025 betreiben in Deutschland knapp 13.500 Menschen Sportakrobatik. Weniger als ein Fünftel davon ist männlich. Für viele Jungen bedeutet das, dass sie im Trainingsbetrieb ihres Heimatvereins nur wenige männliche Trainingspartner haben. Das Camp setzte dieser Situation ein positives Zeichen entgegen. Statt allein mit dieser besonderen Ausgangslage umzugehen, konnten die Teilnehmer erleben, wie groß die Gemeinschaft tatsächlich ist. Sie begegneten Sportlern aus anderen Regionen, knüpften neue Kontakte und teilten ihre Begeisterung für eine Sportart, die von gemeinsamer Leistung und gegenseitigem Vertrauen lebt.
Für die Initiatoren Johannes Belovencev und Felix Hohmann war genau dieser Gedanke ausschlaggebend. Aus eigener Erfahrung wissen sie, welche Herausforderungen sich für Jungen in der Sportakrobatik ergeben können. Mit dem Camp wollten sie deshalb nicht nur ein zusätzliches Trainingsangebot schaffen, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärken und Jungen langfristig für die Sportart begeistern.
Neue Perspektiven auf der Trainingsfläche
Dass sportliche Entwicklung besonders dann gelingt, wenn man über gewohnte Grenzen hinausblickt, zeigte sich auch im Trainingsprogramm. In fünf Einheiten arbeiteten die Teilnehmer an Choreografien, Bodenturnen sowie den Balance- und Dynamikelementen der Sportakrobatik. Ergänzt wurde das Programm durch Spiele und die Möglichkeit, andere Disziplinen kennenzulernen.
Besonders spannend war der Wechsel zwischen unterschiedlichen Formationen. Sportler aus gemischten Paaren konnten sich im Herren-Vierer ausprobieren, während Athleten aus Herrenpaaren Erfahrungen im gemischten Paar sammelten. So entstanden neue Herausforderungen, ungewohnte Trainingssituationen und wertvolle Einblicke in die Anforderungen anderer Disziplinen. Die Teilnehmer konnten dabei ihre Fähigkeiten erweitern und zugleich ein besseres Verständnis für die Aufgaben und Herausforderungen anderer Formationen entwickeln. Das gemeinsame Ausprobieren machte deutlich, wie viel Potenzial in einem offenen, vereinsübergreifenden Austausch steckt.
Acht Vereine, ein gemeinsames Ziel
Neben Eintracht Frankfurt waren Mannschaften aus Düsseldorf, Dresden, Eschwege, Kiel, Erfurt, Erbstetten und Wilhelmshaven vertreten. Damit brachte das Camp Sportler aus verschiedenen Teilen Deutschlands zusammen und bot Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Trainingsumfeldern miteinander zu teilen. Auch die mitgereisten Vereinstrainerinnen und Vereinstrainer beteiligten sich an der Gestaltung des Wochenendes. Einen besonderen fachlichen Impuls gab der Besuch von Petra Vitera, DSAB-Disziplintrainerin aus Dresden. Mit ihrer Unterstützung und Erfahrung wurde das Trainingsangebot zusätzlich bereichert.
Das Camp zeigte damit, dass Nachwuchsförderung nicht allein im eigenen Verein stattfindet. Wenn Vereine ihre Erfahrungen zusammenbringen, Trainerinnen und Trainer sich austauschen und Athleten gemeinsam neue Herausforderungen angehen, entstehen Möglichkeiten, von denen die gesamte Sportart profitieren kann.
Große Resonanz macht Mut für die Zukunft
Die Bilanz der Premiere fällt erfreulich aus: Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv, und der Wunsch, im kommenden Jahr wiederzukommen, war groß. Selbst die Organisatoren waren von der Nachfrage überrascht. Da die verfügbaren Plätze schnell ausgeschöpft waren, konnten nicht alle interessierten Teams berücksichtigt werden. Das große Interesse unterstreicht, dass vereinsübergreifende Angebote für Jungen einen wichtigen Bedarf aufgreifen. Gleichzeitig ist es ein Ansporn, die Idee weiterzuentwickeln und künftig noch mehr Sportlern die Teilnahme zu ermöglichen. Eine Fortsetzung des Boys Acro Camps ist bereits vorgesehen. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest und soll mit Blick auf Trainings- und Wettkampfkalender abgestimmt werden.
Ein Impuls, der über drei Tage hinausgeht
Das erste Boys Acro Camp hat gezeigt, wie wertvoll Begegnungen außerhalb des gewohnten Trainingsumfelds sein können. Es stärkt das Zugehörigkeitsgefühl, eröffnet neue sportliche Möglichkeiten und macht sichtbar, dass die männliche Sportakrobatik auf eine engagierte Gemeinschaft bauen kann.
Entscheidend ist dabei nicht allein, was in fünf Trainingseinheiten vermittelt wird. Ebenso wichtig sind die Kontakte, das gegenseitige Verständnis und die Motivation, die die Teilnehmer mit in ihre Heimatvereine nehmen. Die Premiere in Frankfurt war damit mehr als ein gelungenes Trainingswochenende: Sie war ein ermutigender Schritt, um Jungen in der Sportakrobatik stärker miteinander zu vernetzen und die Zukunft der Disziplin aktiv mitzugestalten.
Die Vorfreude auf die nächste Ausgabe ist bereits da. Jetzt gilt es, diesen Schwung mitzunehmen und aus einer gelungenen Premiere eine nachhaltige Initiative für die Sportakrobatik zu entwickeln. Vielleicht dann schon mit Gästen aus dem Ausland !



