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Siebenmal Finale! Deutschland setzt bei der WM in Pesaro ein weiteres Ausrufezeichen

Qualifikation beendet: Deutsches Team zieht in sieben Finals ein – Blintsov/Lust feiern emotionales Comeback, Herrenpaar und Damengruppen überzeugen

Die Qualifikation bei den 30. Weltmeisterschaften der Sportakrobatik ist Geschichte – und das deutsche Team hat sich eindrucksvoll in Szene gesetzt. Sieben Finalplätze stehen am Ende der Qualifikation zu Buche. Siebenmal haben sich deutsche Formationen gegen die Weltelite durchgesetzt und sich damit die Chance auf Edelmetall bei den Weltmeisterschaften in Pesaro erarbeitet.

Und über allem steht eine Geschichte, die emotional kaum größer sein könnte: Daniel Blintsov und Diana Lust sind zurück auf der großen internationalen Bühne.

Wie ein Phönix aus der Asche

Ein Jahr lang mussten die beiden auf diesen Moment warten. Eine lange Verletzungspause hatte das Mixed-Paar ausgebremst. Nun, bei den Weltmeisterschaften in Pesaro, war es endlich so weit. Als erste Formation des Tages betraten Daniel Blintsov und Diana Lust am Freitagmorgen die Wettkampffläche. Die Anspannung war spürbar – ebenso wie die Vorfreude. Und dann lieferten die beiden. Der Finaleinzug ist dabei nicht nur sportlich bemerkenswert, sondern auch emotional ein ganz besonderer Moment. Wie ein Phönix aus der Asche kehrten Blintsov/Lust nach einem Jahr Pause auf die große Bühne zurück – und meldeten sich direkt im Kreis der Finalisten zurück. Dabei ist das vielleicht Ermutigendste: Da ist noch Luft nach oben. Noch nicht alles lief so, wie es die beiden im Training bereits zeigen können. Für das Finale bedeutet das: Die Karten sind neu gemischt, und somit wird alles drin sein.

Herrenpaar doppelt im Finale

Auch bei den Herrenpaaren darf das deutsche Team gleich doppelt jubeln. Hannes Woitass und Lyven Strempel schafften nicht nur den Sprung in das Dynamik-Finale, sondern qualifizierten sich ebenso für das Mehrkampffinale. Damit haben die beiden ihre Weltmeisterschaft noch lange nicht beendet. Nach einer soliden Qualifikation geht es nun in den Finals um alles. Zwei Chancen, noch einmal alles auf die Wettkampffläche zu bringen und sich gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten.

Fast brüderlich geteilt: Hoyerswerda und Frankfurt

Auch bei den leistungsstarken Damengruppen gab es eine bemerkenswerte Form des „Teilens“. Hoyerswerda sicherte sich den Einzug in das Dynamik-Finale, während Frankfurt das Ticket für das Balance-Finale und zusätzlich für das Mehrkampffinale löste.

Ein Ergebnis, das die enorme Leistungsdichte innerhalb des deutschen Teams unterstreicht. Gerade die Qualifikation der Damengruppen hatte gezeigt, wie eng es in Pesaro zugeht. Hundertstel entscheiden über Finalplätze, kleine Fehler können ganze Wettkampftage verändern. Umso größer ist die Freude über die drei Finaltickets.

Bitteres Duell um das Finalticket

Für die deutschen Damenpaare wurde die Dynamikqualifikation noch einmal zu einem echten Krimi. Mira Spieß und Charlotte Kallai meldeten sich nach ihrem schwierigen Auftakt eindrucksvoll zurück. Die beiden Jadestädterinnen zeigten eine nahezu fehlerfreie Dynamikübung und verbesserten ihre Ausgangsposition deutlich.  Doch auch Lena Börner und Sophia Hermes kämpften um genau dieses eine deutsche Finalticket. Das Damenpaar behauptete sich ebenfalls in dem hochklassigen Teilnehmerfeld und setzte sich am Ende denkbar knapp mit 0,08 Punkten gegen die Wilhelmshavenerinnen durch. Denn die bei dieser Weltmeisterschaft geltende Nationenregel lässt pro Nation nur eine Formation in das jeweilige Finale einziehen.

Damit durften Börner/Hermes über den Einzug in das Dynamik-Finale jubeln, während für Spieß/Kallai trotz ihrer starken Aufholjagd der Finaltraum platzte. Für das Mehrkampffinale reichte es für die beiden Formationen nach dem schwierigen ersten Wettkampftag nicht mehr.

Jetzt zählt jeder Moment

Sieben Finalplätze – und damit sieben Möglichkeiten, die Geschichte dieser Weltmeisterschaften weiter zu schreiben. Für Daniel Blintsov und Diana Lust ist die Rückkehr nach einem Jahr Verletzungspause bereits jetzt ein besonderer Meilenstein. Für Woitass/Strempel warten gleich zwei Finals. Hoyerswerda und Frankfurt haben sich ebenfalls ihre Chancen auf weitere große Momente erarbeitet.

Die Qualifikation hat gezeigt, wie eng die Weltspitze zusammengerückt ist. Jetzt aber beginnt ein neuer Wettkampf. Die Karten werden neu gemischt. Die Qualifikation ist Vergangenheit. Was jetzt zählt, sind die entscheidenden Minuten auf dem Wettkampfboden.

Sieben deutsche Finalplätze. Sieben Chancen. Und ein deutsches Team, das in Pesaro noch längst nicht fertig ist.

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